Serbien II: Bis nach Belgrad

19.05. – 21.05.2016
Nach einem Pausentag im wunderschönen Sombor gings für uns weiter in Richtung serbischer Hauptstadt. Wir haben den Tag gut genutzt, versucht so viel wie möglich serbisch zu lernen und uns mit den Gepflogenheiten und der Infrastruktur auseinandergesetzt. An die Stelle unseres geliebten Langos rückt nun Burek mit Käse (Sir). Genauso fettig und genauso geil für ausgehungerte Radler. Englisch ist sehr verbreitet und die Kommunikation klappt auch sonst sehr gut – Serbisch geht uns viel besser von der Hand als Ungarisch, Toni entwickelt richtig Ehrgeiz, die neue Sprache schnell zu lernen. Sowieso entwickelt sich Serbien immer mehr zu unserem neuen Lieblingsreiseland: Oft vergehen nicht mehr als 15 Minuten, bis uns wieder irgendeine Freundlichkeit der Serben zum Lächeln bringt, sei es die rücksichtnehmende Fahrweise oder das überschwengliche Winken, wenn wir durch eine Ortschaft fahren. Wollen wir die frischen Erdbeeren am Wegesrand bezahlen (50 Cent für 500g) heißt es „No, No, No“ bevor wir die Brieftasche überhaupt gezückt haben. Fragen wir in einem Dorf nach einem Platz fürs Zelt, werden wir nicht weggeschickt, sondern bekommen stattdessen frisch gepflückte Kirschen geschenkt und dürfen am See zelten. Was diese überschwengliche Freundlichkeit mit uns macht? Wir haben richtig Bock auf Serbien, gehen aus uns heraus und suchen das Gespräch mit Einheimischen. So lernen wir ein Mitglied des serbischen Nationalteams im Sportangeln kennen, der uns auf die Frage ob er heute schon was gefangen hätte, gleich seine Fotogalerie erangelter Prachtexamplare zeigt und uns auf eine Bootstour einlädt. Eigentlich ist er Anwalt, verbringt seine Zeit aber meist mit Angeln und Naturschutz, indem er seine juristischen Fähigkeiten zum Erhalt der Fischbestände einsetzt. Trotz aller Begeisterung für dieses Reiseland sehen wir so auch, dass viele Menschen von ihren Berufen nicht oder nur schlecht leben können und irgendwie versuchen, über die Runden zu kommen. Auch verschließen wir die Augen nicht vor der Armut und der Umweltverschmutzung, der wir unterwegs immer wieder begegnen, besonders dann, wenn wir von Menschen mit guten Dingen bedacht werden, die selbst wenig haben.
Die Landschaft wird deutlich wilder, es gibt viel mehr Natur und damit auch Tiere als wir es sonst gewohnt sind. Wildschweine neben der Strecke, Störche gleich zu Dutzenden, Eidechsen, Schildkröten usw. Leider haben wir noch keine lebendigen Schlangen gesehen, was hier aber überfahren am Wegesrand liegt, spricht dafür, dass es hier mehr als nur Blindschleichen gibt. Für viel Getier sind wir mit der Kamera leider zu langsam.
Mittlerweile ist der Sommer da, das Thermometer erreicht täglich die 30°C und Radfahren wird schweißtreibend. Ein Vorgeschmack auf die Länder, die da noch kommen sollen.

Auf dem Weg nach Belgrad haben wir Rebecca aus Tübingen getroffen, die auch Richtung Istanbul unterwegs ist. Mit ihr nehmen wir die etwas stressige Einfahrt in die Stadt in Angriff. Das abendliche Pivo genießen wir dann auch zusammen. Gute Fahrt wünschen wir dir weiterhin, Rebecca! Wir genießen jetzt das Nachtleben von Belgrad und melden uns dann mit einem Bericht aus der „Weißen Stadt“ wieder.

Macht was draus. Grüße an alle Geburtstagskinder und frisch Vermählten!

T+D

Etappen:

Sombor – Vajska: 111 km (mehr oder weniger Wildcamp auf einem verlassenen CP mit Kirschen)
Vajska – Ecocamp Frusca Gora (im Nationalpark): 128 km
Frusca Gora – Belgrad: 93 km

 

2 Responses to “Serbien II: Bis nach Belgrad

  • Thanks for the nice description !!
    Good luck on the trip !!
    LongTour Bike camp Sombor

    • Daniel & Toni
      3 Jahren ago

      Thank you. We really enjoyed our stay. Sorry for the bad google translation. There will be an english version of this post soon. Greetings from Belgrad.

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