Vietnam V – Auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad Richtung Laos

20.01.-26.01.2017

Es regnet bereits den zweiten Tag in Folge und und da wir im Moment zu viele Kaffeepausen einlegen und deshalb sowieso spät dran sind, haben wir uns heute entschieden, erst morgen entspannt über die Grenze nach Laos zu fahren und heute noch einen entspannten Nachmittag in Vietnam zu verbringen. Die Tastatur unseres Tabletrechners hat leider den Geist aufgegeben, hier in der letzten großen Stadt vor der Grenze standen die Chancen gut, Ersatz zu bekommen. Bekommen haben wir leider keine, immerhin gab es eine Maus, das macht zumindest das Hochladen der Bilder erträglich, ihr müsst euch aber heute mit etwas weniger Text zufrieden geben.

Mit verlängertem Visum verlassen wir Hanoi in Richtung Ho-Chi-Minh-Pfad. Wir sind zum Neujahrsfest bei Vaude eingeladen und radeln erneut nach Bim Son.

Der Ho-Chi-Minh-Pfad erweist sich als die richtige Wahl. Zu dieser Jahreszeit kommen kaum Touristen vorbei, trotzdem gibt es eine gute Infrastruktur mit Gästezimmern und Restaurants, bei denen ab und zu sogar jemand Englisch spricht. Dem Knöchel geht es gut, das Wetter ist bestens, also stehen ein paar Tage Genusstouren auf dem Programm. Wir fahren durch den Cuc Phuong Nationalpark, wo wir tatsächlich ein österreichisches Pärchen treffen, das auch mit Rad unterwegs ist. Wir tauschen uns über die Route aus und entscheiden, auch nach Bim Son auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad zu bleiben, anstatt wie geplant auf dem Küstenhighway zu fahren.

Wir sind praktisch die einzigen Besucher im Nationalpark. Auch vor einer berühmten Höhle wartet kein Parkranger, also gehen wir alleine auf Erkundungstour. Wir finden einige spektakuläre Felsformationen vor, die Anfahrt durch den Regenwald, der den Weg durch den Nationalpark auf beiden Seiten säumt, hat sich gelohnt. Unsere Räder stehen ohne Schloss vor dem Eingang zur Höhle. Als wir zurück kommen fehlen Tonis Flaschen. Die Wertsachen in unseren Taschen sind zum Glück noch da. Wir beschweren uns bei der Parkleitung, die natürlich auch nichts machen kann. Die Flaschen sind sicherlich kein großer Verlust, dieser schadet aber etwas unserem Grundvertrauen.

In Bim Son feiern wir eine gute Party bei Vaude und nach vielen Vodka Hanoi entscheiden wir, noch einen Tag länger zu bleiben und auszuspannen. Danach geht es schnellstmöglich wieder auf den Ho-Chi-Minh-Pfad und Richtung Laos. Auf dem Weg knacken wir die 15000 km-Marke. Nach Singapur sind es noch 5000 km, wir haben an unserem Pausetag mal durchgerechnet: Wenn alles gut geht, sollten wir dort Anfang April eintrudeln, genau ein Jahr nach Abfahrt.

Die Stimmung entlang des Weges ist großartig. Ständig hält jemand neben uns und wünscht ein frohes neues Jahr. Alle sind gespannt auf das große Fest. Am Straßenrand verkaufen die Händler Kumquatbäumchen, Geschenkkörbe und Dekoration in Massen.

Mit Laos steht das 15. Land unserer Tour in den Startlöchern. Das heißt auch, Abschiednehmen von Vietnam, das es uns anfangs so schwer gemacht hat. Unsere Startschwierigkeiten lagen eher an uns (und an der Lebensmittelvergiftung, dem Knöchel und den Bettwanzen ;-)) als an Land und Leuten. Wir waren drei Monate in China, länger als in jedem anderen Land – da kann die Umgewöhnung schon mal schwer fallen. Nach 5 Wochen in der Sozialistischen Republik Vietnam haben wir auch hier unsere Routinen entwickelt, wir kennen Preise und lokale Spezialitäten, können kommunizieren und verstehen Mentalität und Zusammenhänge – wir sind angekommen in Südostasien und haben richtig Lust, noch viel mehr zu entdecken. Bis China waren wir sehr gut vorbereitet, jahrelang haben wir Berichte gelesen – wer hätte ahnen können, dass wir überhaupt so weit kommen würden? Jetzt lassen wir uns etwas treiben und genießen das unkomplizierte Radeln hier. Dass Singapur, das wichtigste Zwischenziel nach Istanbul, schon in greifbarer Nähe liegt, verleiht dem Ganzen dabei eine gewisse Würze.

In diesem Sinne,

Macht was draus,

T+D
Etappen:

Hanoi – Hang Tram: 93 km

Hang Tram – Bim Son: 92 km

Bim Son – Yen Cat: 100 km

Yen Cat – Van Loc: 65 km

Van Loc – Yen Lac: 69 km

Yen Lac – Pho Chau: 56 km

Kilometerstand: 15188 km

 

2 Responses to “Vietnam V – Auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad Richtung Laos

  • Monika und Hagen Weber
    2 Jahren ago

    Für Daniel alle guten Wünsche zum neuen Lebensjahr von Monika und Hagen aus dem grauen und frostigen Berlin.

    • Daniel & Toni
      2 Jahren ago

      Vielen Lieben Dank. Heute sind wir in Vientiane, der Hauptstadt Laos angekommen.

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