Ungarn I: Bis nach Budapest

Wir liegen grad im Zelt auf unserem CP in Budpest, es regnet. Gestern um diese Zeit (7:30) konnte man es wegen der Hitze schon nicht mehr im Zelt aushalten. Genau so wechselhaft präsentiert sich auch Ungarn, perfekte Fahrradwege wechseln sich mit schlaglochübersähten Straßen ab, Vorzeigeortschaften mit völlig heruntergekommenenen Dörfern. Das alles bei einer Konstante: der Freundlichkeit der Ungarn. Der Lonely Planet warnt, dass man sein Wechselgeld sofort nachzählen muss, weil Touristen mit den gr0ßen Scheinen über den Tisch gezogen werden, in Wirkichkeit wird das Rückgeld so langsam abgezählt, dass man schon ein schlechtes Gewissen den Wartenden in der Schlange gegenüber hat (ob das einem Ungarn bei uns auf dem Land auch so einfach gemacht wird, weiß ich nicht). Überwindet man die ersten Berührungsängste, macht auch das Einkaufen in kleinen Läden in den nicht ganz so schönen Stadtteilen Spaß. Wir warten immer abwechselnd bei den Fahrrädern und können danach jeweils immer über aufmunternde Gespräche mit ungarischen Passanten bzgl. unseres gewählten Verkehrsmittels, des Fahrrads, berichten. Für solche kurzen Unterhaltungen bedarf es keiner Worte, sondern nur einfacher Gesten. Ungarisch ist nämlich eine extrem schwierige Sprache, aber die wenigen Worte, die wir gelernt haben, brechen das Eis.

Unseren ersten Schlafplatz finden wir bei Györ, einer wirklich schön anzuschauenden modernen Stadt. Wir sind schneller unterwegs als gedacht und erreichen am zweiten Tag den CP Eden, der nach einer sehr anstrengenden Etappe für uns wirklich wie ein Paradies ist. Das liegt neben dem schnellen WLAN auch an Thomas aus Paris, der seit sieben Monaten unterwegs ist und uns mit zuversichtlich stimmenden Informationen für unsere nächsten Reiseländer versorgt. Mit ihm tauschen wir auch Karten aus und so ist auch die Navigation bis in die Türkei gesichert. Nachdem die ersten drei angefahrenen Campmöglichkeiten geschlossen hatten, lief es dann doch noch perfekt an diesem Abend.

Der folgende Abschnitt über Esztergom nach Budapest soll der gefährlichste und anstrengenste der bisherigen Tour sein, wir haben aber das Glück an einem Sonntag unterwegs zu sein, so ist der Verkehr auf den Straßen kein Problem.

Über Budapest berichten wir dann ausführlich im nächsten Beitrag.

Bis denne!

Etappen:

Bratislava – Györ: 98 km

Györ – Neszmély: 88 km

Neszmély – Budapest: 116 km

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